Johannes 1,27 – Der nach mir Kommende, von dem ich nicht würdig bin, dass ich ihm den Riemen der Sandale löse.

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ὁ ὀπίσω μου ἐρχόμενος, οὗ οὐκ εἰμὶ [ἐγὼ] ἄξιος ἵνα λύσω αὐτοῦ τὸν ἱμάντα τοῦ ὑποδήματος.

griechisches WortWörterbuchformgrammatische Formwörtliche Übersetzung
Bestimmter Artikel, Nominativ, Singular, Maskulinumder
ὀπίσωὀπίσωPräposition (mit Genitiv)nach / hinter
μουἐγώPersonalpronomen, Genitiv, 1. Person Singularmir
ἐρχόμενοςἔρχομαιVerb, Präsens, Partizip, Mediopassiv (Deponens), Nominativ, Singular, MaskulinumKommende
οὗὅςRelativpronomen, Genitiv, Singular, Maskulinumdessen / von dem
οὐκοὐNegationspartikelnicht
εἰμὶεἰμίVerb, Präsens, Indikativ, Aktiv, 1. Person Singularbin ich
[ἐγὼ]ἐγώPersonalpronomen, Nominativ, 1. Person Singularich
ἄξιοςἄξιοςAdjektiv, Nominativ, Singular, Maskulinumwürdig
ἵναἵναKonjunktiondass / damit
λύσωλύωVerb, Aorist, Konjunktiv, Aktiv, 1. Person Singularich löse
αὐτοῦαὐτόςPersonalpronomen, Genitiv, Singular, Maskulinumsein / ihm
τὸνBestimmter Artikel, Akkusativ, Singular, Maskulinumden
ἱμάνταἱμάςSubstantiv, Akkusativ, Singular, MaskulinumRiemen
τοῦBestimmter Artikel, Genitiv, Singular, Neutrumder / des
ὑποδήματοςὑπόδημαSubstantiv, Genitiv, Singular, NeutrumSandale / Schuhs

Wörtliche Übersetzung des Verses
Der nach mir Kommende, von dem ich nicht bin [ich] würdig, dass ich löse ihm den Riemen der Sandale.

Hinweise und Anmerkungen

  • Kulturhistorischer Hintergrund: Das Lösen der Sandalenriemen war im antiken Orient eine Aufgabe für den niedrigsten Sklaven. Rabbinische Texte besagen, dass Schüler ihren Lehrern jeden Dienst erweisen sollten – außer dem Lösen der Schuhe. Johannes stellt sich hier also hierarchisch noch unter einen Sklaven.
  • Textkritik zu [ἐγὼ]: Das Pronomen ἐγώ steht in vielen modernen Textausgaben (wie dem Nestle-Aland) in eckigen Klammern. Es ist in einigen alten Handschriften nicht enthalten. Da die Verbform εἰμὶ bereits die 1. Person Singular ausdrückt, ist das ἐγὼ grammatikalisch redundant, betont die Person aber im Fall seiner Echtheit noch einmal extra.
  • Konstruktion mit ἵνα: Im klassischen Griechisch folgte auf das Adjektiv „würdig“ (ἄξιος) meist ein Infinitiv. Das neutestamentliche Griechisch (Koine) nutzt hier bereits die modernere Konstruktion mit der Konjunktion ἵνα („dass“) und dem Konjunktiv (λύσω).
  • Wortstellung (αὐτοῦ τὸν ἱμάντα): Das Genitivattribut αὐτοῦ („ihm/sein“) steht vor dem Substantiv τὸν ἱμάντα. Das zieht den Bezug zum Besitzer syntaktisch vor und betont die Erhabenheit der Person, um die es geht.

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