Johannes 1,3: Alles wurde durch ihn, und ohne ihn wurde auch nicht eines. Was geworden ist

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Johannes 1,3

1,3 πάντα δι’ αὐτοῦ ἐγένετο, καὶ χωρὶς αὐτοῦ ἐγένετο οὐδὲ ἕν. ὃ γέγονεν

Wort-für-Wort-Analyse

Griechisches Wort Wörterbuchform Grammatische Form Wörtliche Übersetzung
πάντα πᾶς, πᾶσα, πᾶν Adjektivisches Pronomen, Nominativ Plural Neutrum, substantivisch gebraucht alles
δι’ διά Präposition mit Genitiv, elidierte Form vor Vokal durch
αὐτοῦ αὐτός Personalpronomen, Genitiv Singular Maskulinum ihn
ἐγένετο γίνομαι Aorist Medium Indikativ, 3. Person Singular, deponent gebraucht wurde, entstand
καὶ καί Koordinierende Konjunktion und
χωρὶς χωρίς Präposition mit Genitiv ohne, getrennt von
αὐτοῦ αὐτός Personalpronomen, Genitiv Singular Maskulinum ihn
ἐγένετο γίνομαι Aorist Medium Indikativ, 3. Person Singular, deponent gebraucht wurde, entstand
οὐδὲ οὐδέ Verneinende Konjunktion beziehungsweise Adverb auch nicht, nicht einmal
ἕν εἷς, μία, ἕν Zahlwort, Nominativ Singular Neutrum, substantivisch gebraucht eines
ὅς, ἥ, ὅ Relativpronomen, Nominativ Singular Neutrum was, welches
γέγονεν γίνομαι Perfekt Aktiv Indikativ, 3. Person Singular ist geworden, ist entstanden

Wörtliche Übersetzung des ganzen Verses

Alles wurde durch ihn, und ohne ihn wurde auch nicht eines. Was geworden ist.

Hinweise und Anmerkungen

  • πάντα: Das Wort ist die neutrale Pluralform von πᾶς, πᾶσα, πᾶν, „jeder, alle, alles“. Es steht hier substantivisch und wird im Deutschen mit „alles“ wiedergegeben. Obwohl das Subjekt im Griechischen neuter Plural ist, steht ἐγένετο im Singular. Diese Verbindung ist im Griechischen möglich und wird als neutrales Plural mit Singularverb bezeichnet.
  • δι’ αὐτοῦ: δι’ ist die elidierte Form von διά vor dem Vokal in αὐτοῦ. διά mit dem Genitiv bedeutet „durch“ und bezeichnet hier das Mittel oder die vermittelnde Person. αὐτοῦ ist formal ein Genitiv Singular Maskulinum; im Deutschen lautet die Verbindung „durch ihn“.
  • ἐγένετο: Die Form stammt von γίνομαι und ist ein Aorist Medium Indikativ in der dritten Person Singular. γίνομαι wird mit mittleren Formen gebraucht, hat hier jedoch die Bedeutung „werden“, „entstehen“ oder „ins Dasein treten“. Die wörtliche Übersetzung „wurde“ hält den Aorist knapp fest. „Entstand“ ist im Deutschen oft verständlicher.
  • χωρὶς αὐτοῦ: χωρίς mit dem Genitiv bedeutet „ohne“ oder wörtlich „getrennt von“. Die Wendung bildet den Gegensatz zu δι’ αὐτοῦ. Gemeint ist, dass nichts unabhängig von ihm ins Dasein kam.
  • οὐδὲ ἕν: οὐδέ verstärkt die Verneinung und kann „auch nicht“ oder „nicht einmal“ bedeuten. ἕν ist die neutrale Singularform des Zahlworts εἷς, μία, ἕν und wird substantivisch gebraucht: „nicht einmal eines“ oder „auch nicht ein einziges“.
  • ὃ γέγονεν: ὃ ist ein neutrales Relativpronomen. In der hier gewählten Analyse steht es als Nominativ Singular Neutrum und bildet mit γέγονεν die wörtliche Wendung „was geworden ist“. γέγονεν ist das Perfekt von γίνομαι und bezeichnet ein vollendetes Geschehen mit bleibender Bedeutung: „ist geworden“ oder „ist entstanden“.
  • Zur Satzgrenze: Die antiken griechischen Handschriften enthielten ursprünglich keine Interpunktion in der heute üblichen Form. Deshalb kann ὃ γέγονεν entweder eng mit dem vorhergehenden Satz verbunden oder als Beginn der Aussage in Johannes 1,4 verstanden werden. Bei Verbindung mit dem vorhergehenden Satz ergibt sich: „Alles wurde durch ihn, und ohne ihn wurde auch nicht eines, was geworden ist.“ Bei der im vorliegenden Text gesetzten Satzgrenze bleibt die Wortgruppe als „Was geworden ist“ sichtbar und weist syntaktisch auf die Fortsetzung hin.
  • Wörtlichkeit und Lesbarkeit: Der Titel und die Gesamtübersetzung folgen der vorgegebenen Satzgrenze und halten die Einzelbedeutungen möglichst eng fest. Eine flüssigere Übersetzung wäre etwa: „Alles ist durch ihn ins Dasein gekommen, und ohne ihn ist nicht ein einziges Ding ins Dasein gekommen.“ Diese Fassung ist verständlicher, gibt aber die griechische Wortfolge und die offene syntaktische Beziehung von ὃ γέγονεν weniger unmittelbar wieder.

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