JHWH = Gott = Allah ?

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Ist der Gott der Juden (im Wesentlichen) gleich dem Gott der Christen und gleich dem Gott der Muslime?

Und vielleicht auch gleich dem Gott des Bahaismus?

Keine einfache Frage.

Wenn man genauer hinschaut gibt es Unterschiede, und je genauer man schaut, umso mehr. Ist die Antwort daher “nein”?

Betrachten wir einen Tetraeder.

Dreht diesen Tetraeder https://www.geogebra.org/m/xnmxvfss in alle Richtungen. Ein Stück nach links, oben, rechts unten

und weiterdrehen.

Geht auf die Webside https://www.geogebra.org/m/xnmxvfss und tut es wirklich.

Und ihr seht die Bilder: *) ***)

Anu, Marduk, El, Baal, Anat, JHWH, GOTT, Allah, Bahá, Dharmakaya, Ishvara, Waheguru, Ahura Mazda und Angra Mainyu, Ranginui und Papatūānuku, Ngalyod Wagyl, Baiame, Wakan Tanka, Olodumare, Aton, Amaterasu Omikami, Danu, Odin, Quetzalcoatl, … **)


Fußnoten

*) Betrachten wir die verschiedenen Bilder des Tetraeders: Jedes Bild zeigt eine andere Sicht, Masse haben sich geändert, Linien verkürzt oder verlängert, Seitenflächen kommen zum Vorschein oder verkleinern sich zu einer Linie, verschwinden. Aus dem jeweiligen Blickwinkel bzw. Standpunkt betrachtet, ist jedes dieser Bilder einmalig. Und durch seine Eigenschaften von allen anderen Bildern genau unterscheidbar.

**) Und natürlich kann man jedem dieser Bilder einen Namen geben. Warum nicht die Namen von Göttern. Mit mit jeder kleinen Drehung wird aus einem Gott wie Anu ein anderer wie Marduk oder El, von El weiter zu Baal und Anat. Von El dreht man auch weiter zu JHWH, GOTT und Allah, von dem zu Bahá. Und immer so weiter.

Mesopotamische und kanaanäische (levantinische) Götter:

Anu: Der sumerische und babylonische Himmelsgott. Er gilt als König und Urvater aller Götter.


Marduk: Der Hauptgott der Stadt Babylon. Er besiegte den Chaosdrachen Tiamat und stieg zum Herrscher des Universums auf.


El: Der höchste Schöpfergott im kanaanäischen (phönizischen) Pantheon. Er wird oft als weiser, gütiger Greis dargestellt.


Baal: Der kanaanäische Gott des Sturms, des Regens und der Fruchtbarkeit. Er ist der Sohn von El und der aktive Herrscher der Welt.


Anat: Die Schwester und Gefährtin von Baal. Sie ist die kanaanäische Göttin des Krieges, der Jagd und der wilden Natur.

Abrahamitische Religionen (Monotheismus)

JHWH (Jahwe): Das hebräische Tetragramm (vier Buchstaben). Es ist der heilige Eigenname des einzigen, absoluten Gottes im Judentum.


GOTT: Der deutsche Begriff für das höchste Wesen. Im Christentum bezeichnet er den einen Schöpfer, der sich dreifaltig offenbart (Vater, Sohn und Heiliger Geist).


Allah: Das arabische Wort für Gott. Es bezeichnet den absolut einzigartigen, unteilbaren Schöpfergott im Islam.


Bahá: Ein arabisches Wort für „Herrlichkeit“ oder „Glanz“. Im Bahaitum gilt es als der größte Name Gottes und symbolisiert das göttliche Wesen.


Östliche Religionen und Philosophien

Dharmakaya: Der „Körper der Wahrheit“ im Mahayana-Buddhismus. Er beschreibt keine Person, sondern die unmanifestierte, unendliche und absolute Realität aller Dinge.


Ishvara: Der Begriff für einen persönlichen, allmächtigen Gott im Hinduismus, der das Universum erschafft, erhält und auflöst.


Waheguru: Der Name für Gott im Sikhismus. Es bedeutet übersetzt „Wunderbarer Lehrer“ und bezeichnet das eine, formlose göttliche Licht.


Zoroastrismus (Persien)

Ahura Mazda: Der höchste Gott des Lichts, der Wahrheit, der Weisheit und der kosmischen Ordnung im altpersischen Zoroastrismus.


Angra Mainyu (Ahriman): Der zerstörerische Geist des Bösen, der Lüge und der Dunkelheit. Er ist der ewige Gegenspieler von Ahura Mazda.

Indigene und schamanische Religionen

Ranginui und Papatūānuku: Das Ur-Elternpaar in der Mythologie der Māori (Neuseeland). Ranginui ist der Himmelsvater, Papatūānuku ist die Erdmutter.


Ngalyod / Wagyl: Regionale Namen für die Regenbogenschlange in der Mythologie der australischen Aborigines. Sie gestaltete die Landschaft, erschuf Flüsse und hütet das Lebenswasser.


Baiame: Der oberste Schöpfergott und Himmelsvater der Aborigines im Südosten Australiens. Er gab den Menschen ihre Gesetze und Bräuche.


Wakan Tanka: Das „Große Geheimnis“ oder die universelle heilige Kraft in der Religion der Lakota-Sioux (Nordamerika). Es durchdringt das gesamte Universum.


Olodumare: Der höchste, allmächtige Schöpfergott in der Religion der Yoruba (Westafrika) und den daraus entstandenen afroamerikanischen Religionen.

Weitere antike Hochkulturen

Aton: Die Sonnenscheibe, die unter Pharao Echnaton im alten Ägypten zum einzigen Gott erhoben wurde. Dies gilt als einer der ersten monotheistischen Ansätze der Geschichte.


Amaterasu Omikami: Die wichtigste Sonnengöttin im japanischen Shintoismus. Sie regiert den Himmel und gilt als mythologische Ahnherrin des japanischen Kaiserhauses.


Danu: Die universelle Muttergöttin in der keltischen Mythologie. Sie ist eng mit der Erde, der Fruchtbarkeit und der Weisheit verbunden.


Odin: Der Göttervater in der nordischen und germanischen Mythologie. Er ist der Herrscher von Asgard und Gott der Weisheit, des Krieges, der Magie und der Dichtkunst.


Quetzalcoatl: Die „Gefiederte Schlange“ in der Mythologie der Azteken und anderer mesoamerikanischer Kulturen. Er ist der Gott des Windes, des Himmels, des Lernens und der Fruchtbarkeit.


Unter Betrachtung der so erzeugten individuellen und eindeutig unterscheidbaren Bilder läßt sich für die Götter sagen: Sie alle sind individuell und eindeutig unterscheidbar. Und im Umkehrschluß daher:

Der eigene Gott ist nicht gleich dem Gott eines anderen.



***) Aber nun ändern wir die Perspektive. Wir treten einen Schritt zurück und fragen uns: was betrachten wir wirklich? Einen Tetraeder, den man drehen und wenden kann. Als gleichseitiger Tetraeder der erste der fünf platonischen Körper. Und egal wie gedreht, der Tetraeder bleibt der Selbe. Daher liegt der Schluß nahe:

Hinter den verschiedenen Gottesbildern verbirgt sich die platonische Idee des einen universellen vielfältigen Gottes.


Da haben wir uns nun abgemüht, und stehen nun vor zwei Aussagen. Welche davon ist wahr? Müßen wir uns nach dem Grundsatz “Tertium non datur” für eine der beiden entscheiden, oder können wir beide für wahr halten? Oder haben wir es mit einem echten “Gödel” zu tun? Die Wahrheit der Aussagen läßt sich in unserem System nicht entscheiden?

Lieber Leser, liebe Leserin, ich überlasse Dir die Entscheidung.


Ein Nachtrag für alle “Fundis” unter uns:
Jesaja sagt als Sprecher Gottes in 45,5: „Ich bin der HERR und sonst keiner mehr, außer mir gibt es keinen Gott.“
Und der Psalmist bekennt in Ps. 115,4–5 „Ihre Götzen sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. Sie haben einen Mund und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht.“
Deuteronomium 4,35: „Dir ist es gezeigt worden, damit du wüsstest, dass der HERR Gott ist und kein anderer außer ihm.“
“Fundis” haben es leicht.

Eine Antwort auf „JHWH = Gott = Allah ?“

  1. Eine liebe Lesefreundin hat mich an die Geschichte mit dem Elefanten erinnert. Sie hat mir geschrieben:

    Wem das Gleichnis mit dem Tetraeder zu mathematisch ist: es gibt eine alte Parabel von den Blinden und dem Elefanten, die ein Analogon zum Tetraeder Bild ist:

    eine Gruppe von Blinden – oder von Männern in völliger Dunkelheit – untersucht einen Elefanten, um zu begreifen, worum es sich bei diesem Tier handelt.
    Jeder untersucht einen anderen Körperteil (aber jeder nur einen Teil), wie zum Beispiel die Flanke oder einen Stoßzahn oder Rüssel.
    Dann vergleichen sie ihre Erfahrungen untereinander und stellen fest, dass jede individuelle Erfahrung zu ihrer eigenen, vollständig unterschiedlichen Schlussfolgerung führt.

    Im Gleichnis steht die Blindheit (oder das im Dunkeln sein) für nicht in der Lage sein, klar zu erkennen; der Elefant steht für eine Realität (oder eine Wahrheit).
    Die Geschichte soll aufzeigen, dass die Realität sehr unterschiedlich verstanden werden kann, je nachdem, welche Perspektive man hat oder wählt.

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